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Tagesgeldhopping – Wie es dazu kommt

Das Sparbuch hat ausgedient – das dürfte mittlerweile jeder wissen. Seit 1992 heißt die flexible Alternative, für den Notgroschen oder den ersten Schritt zum eigenen Vermögen, Tagesgeldkonto. Also noch vor dem großen Internetboom, sodass der Handel mit seinem Geld per Telefon, Fax oder Brief erfolgen musste.

Heutzutage ist das Geldverschieben viel einfacher. Auf die Homepage des Anbieters gehen, sich anmelden, Auszahlung veranlassen und in zwei Tagen ist das Geld auf dem Girokonto. Inzwischen bieten sogar nahezu alle Hausbanken ein eigenes Tagesgeldkonto an, sodass das Geld innerhalb weniger Sekunden zwischen den Anlageformen hin und her verschoben werden kann. Tagesgeldhopping wird hier nun interessant.

Der Zweck des Tagesgeldkontos und Tagesgeldhopping

Das Tagesgeldkonto bietet also jedem die Möglichkeit, Geld auf der hohen Kante liegen zu haben ohne auf Zinsen verzichten zu müssen. Manche Tagesgeldkonten können allerdings erst ab 18 Jahren abgeschlossen werden, sodass Sie z.B. für Ihr Kind nicht das selbe Angebot haben, wie für sich selbst. Als grobe Richtlinie, was auf ein Tagesgeldkonto gehört, sollten Sie drei bis sechs Monatsgehälter im Hinterkopf haben. Dies hängt natürlich von Ihrer persönlichen Situation ab. Haben Sie ein Eigenheim, bei dem die Heizung jeden Augenblick kaputt gehen kann, veraltete Haushaltsgeräte oder ein reparaturbedürftiges Auto, sollten Sie eher mehr Geld auf diese Art anlegen. Wohnen Sie zur Miete und fahren mit dem Zug zur Arbeit brauchen Sie eine kleinere eiserne Reserve auf Ihren Tagesgeldkonto.

Neben den Hausbanken, die ein volles Produktportfolio mit Girokonto, Festgeldern, Depots, nahestehenden Fondsgesellschaften, Bausparkassen und Versicherungen anbieten, gibt es auch Banken, die sich auf Tagesgeld und Festgeldkonten spezialisiert haben. Dies sind häufig Direktbanken, die ohne eigenes Filialnetz auskommen und somit deutliche Kostenvorteile haben. Da für diese Banken die Kundenakquise deutlich schwerer ist, setzen diese sich mit besseren Zinsen gegenüber den Mitbewerbern durch.

Insgesamt ist also die Zahl der Tagesgeldanbieter groß. Die Banken haben verschiedene Zinssätze, Mindesteinlagen, Zinszahlungszeitpunkte und länderspezifische Einlagensicherungssysteme. Eine Gemeinsamkeit haben jedoch die meisten, recht interessante und attraktive Neukundenangebote. Teilweise ist der Zinssatz für Neukunden deutlich höher als für Bestandskunden oder es gibt einen Eröffnungsbonus. Somit ist die Eröffnung bares Geld wert. Also warum nicht immer diese Aktionen ausnutzen und nach Ablauf wechseln?

Dieses so genannte Tagesgeldhopping bietet viel mehr Rendite als gedacht. Freut man sich bei 10.000 € bei einem Bestandskonto mit gerade mal 0,3% über 30 € Zinsen am Jahresende, können Neukunden mit 1,2% Zinsen und einer monatlichen Zinszahlung 10 € pro Monat erhalten, also viermal soviel, den Zinseszins-Effekt noch nicht mitgerechnet. Aber ein Konto zu eröffnen ist doch bestimmt mit einen immensen Aufwand verbunden oder?

Der Weg zum richtigen Tagesgeldkonto

Es gibt verschiedene Vergleichsplatttformen, über die Sie innerhalb von wenigen Sekunden die wichtigen Informationen finden können. Die meisten Portale haben auch ein Kundenbewertungssystem integriert, sodass der Sparer das passende Konto für seine persönlichen Vorlieben finden kann. Falls Sie bedenken an der Seriosität des Anbieters haben, brauchen Sie das Konto nicht eröffnen.
Über einen in der Vergleichsplattform hinterlegten Link gelangen Sie nun direkt zum Anbieter. Dort müssen Sie Ihre persönlichen Daten eingeben.
Doch wie kommen Sie an Ihr Geld und wie sicher ist es, sodass kein Fremder in den Besitz Ihres Geldes kommt?
Es gibt zwei Möglichkeiten.

Die erste Möglichkeit der Auszahlungsvariante ist unflexibel. Bei Kontoeröffnung geben Sie ein Referenzkonto an, z.B. Ihr Girokonto, und dann kann auch nur auf dieses Geld überwiesen werden.
Bei der zweiten Möglichkeit können Sie flexibler über Ihr Geld entscheiden. Als Sicherheitsinstrumente dient dabei die TAN, welche bei jeder Überweisung individuell eingegeben werden muss. Hierbei haben sich die mTAN (mobile), iTAN (identifizierte) oder falls Sie ebenfalls ein Girokonto mit EC-Card eröffnet haben, die eTAN zum Einsatz.

Die Eröffnungsunterlagen können Sie über einen Link downloaden, werden per Mail oder Brief zugesandt. Sicherheitshalber muss noch eine Identifikation stattfinden. Über die Jahre hat sich das Post-Ident Verfahren bewährt, bei dem ein Post-Mitarbeiter die Identität über den Personalausweis feststellen muss. Durch eine Abrechnungs- und eine Referenznummer werden die Kosten beglichen und die Identität des Kunden bestätigt.
Alternativ steckt derzeit das Video-Ident Verfahren in den Kinderschuhen. Dabei muss der Interessent per Webcam Kontakt zur Bank aufnehmen, sich mit Vorder- und Rückseite des Personalausweises vorstellen. Hierbei sparen Sie sich also den Gang zur Post. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die Servicezeiten der Bank deutlich ausgeweiteter sind.
Nach wenigen Tagen erhalten Sie nun die Zugangsdaten und seine Bankverbindung auf die Ihr Erspartes überwiesen werden kann.

Diese Punkte sollten Sie beachten!

Bevor Sie zu einer neuen Bank wechseln, sollten Sie sich einen Überblick über die genauen Bedingungen verschaffen. Teilweise werden die Superzinsen nur in Verbindung mit einem Depotwechsel, ab einer Mindesteinlage oder bis zu einem Höchstbetrag bezahlt. Besonders kritisch sollten Sie sein, wenn das Tagesgeldkonto an ein Girokonto oder mit einer Kreditkarte verknüpft wird. Hier könnten sonst ungewollte Folgekosten oder Schufaeinträge entstehen.
Wenn mehrere Anbieter mit gleichen Zinskonditionen aufwarten, sollten Sie den Zeitraum, über den der höhere Zins garantiert gezahlt wird vergleichen und gegebenenfalls den längeren nehmen. Nach der Hochzinsphase können Sie erneut den Tagesgeldvergleich durchführen, sodass Sie dauerhaft mehr aus Ihrem Geld herausholen.
Das nicht mehr benötigte Konto lösen Sie am besten wieder auf. Schließlich sind Sie, nach einer gewissen Wartezeit für die Bank, wieder ein Neukunde und können von den tollen Angeboten profitieren. Die Wartezeit kann bei jeder Bank eingesehen werden und beträgt zwischen drei und 24 Monaten.
Die Sicherheit Ihres Geldes ist rechtlich natürlich bei jeder Bank in der EU gleich hoch. So muss zwar jede Bank seinen nationalen Einlagensicherungsfonds angehören, sodass Sie im Bankrottfall innerhalb eines Monats an Ihr Geld kommen. Geht der Mutterstaat der Bank pleite, können die Anleger enteignet werden. Aber wenn Sie das Geschehen in Europa in den Nachrichten verfolgen, können Sie rechtzeitig handeln und Ihr Geld aus dem Krisenstaat abziehen.

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Weiteres Vorgehen

Da in regelmäßigen Abständen neue Anbieter auf den Markt kommen, lohnt sich ein regelmäßiger Blick in den Tagesgeld Vergleich, damit Ihnen kein Anbieter mit einem kurzfristigen Top-Zins durch die Lappen geht. Umso mehr Geld Sie auf Ihren Tagesgeldkonto haben, desto schneller lohnt sich der oben genannte Aufwand zur Neueröffnung Ihres Tagesgeldkontos und somit das Tagesgeldhopping. Weder durch einen Vergleich, noch durch das Identitätsverfahren entstehen Ihnen Kosten.
Um Ihr Risiko zu streuen, können Sie natürlich mehreren Banken in unterschiedlichen Ländern Ihr Geld anvertrauen, aber verlieren Sie bitte nicht den Überblick!

Weitere Infos zum Thema Tagesgeld finden Sie hier: Tagesgeldaktuell.net

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